Chicago School

Universität Wien SoSe 2013 und SoSe 2016
BA Soziologie – “Ausgewählte Paradigmen” – mit Michael Jonas

Seminar: Die Chicago-School – Theorie und Methodologie eines soziologischen Paradigmas

Die Chicagoer Schule dominiert vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis zum Zweiten Weltkrieg die Soziologie in den USA und hatte großen Einfluss auf die Entwicklung der Soziologie als empirischer Wissenschaft. Ihre Vorläufer bilden die Philosophie des Pragmatismus und sozialreformerische Bewegungen. Forschungsgegenstand ihrer empirischen Untersuchungen ist die Großstadt Chicago mit ihren sozialen Problemen, die in der Industrialisierung und Urbanisierung der nordamerikanischen Gesellschaft sichtbar wird. Robert E. Park, der Protagonist der Chicagoer Schule, erkundete die vielfältigen Beziehungen zwischen Raum und Gesellschaft und interessierte sich für die Einteilung der Stadt in verschiedene Milieus und kleine Gemeinschaften.
Anhand dieser Phänomene entwickelte Park ein ökologisches Verständnis sozialer Zusammenhänge, welches weniger eine Gesamtordnung annimmt, sondern von Nachbarschaftsverhältnissen ausgehend, die Stadt als sich selbst organisierenden Mikrokosmos in den Blick nimmt. Sein “nosing around” (“Herumschnüffeln”), anfangs noch eine journalistische Reportagetechnik, wurde zur soziologischen Forschungsmethode, welche die “Entdeckung des Fremden” in der eigenen Kultur praktiziert. Damit lässt sich die Chicago School als eine Form der Kulturanalyse verstehen.
Vertreter der Chicagoer Schule beschäftigten sich mit marginalen sozialen Gruppen; sie forschten z.B. über Jugendgruppen, Wanderarbeiter, Kriminelle, ethnische Minderheiten und Obdachlose. Die Bedeutung der Chicagoer Schule liegt bis heute in ihren Beiträgen zur Stadtsoziologie und zur ethnographischen Methode der teilnehmenden Beobachtung sowie in der Begründung des symbolischen Interaktionismus.

Weitere Informationen und Anmeldung für StudentInnen der Uni Wien hier.


Seminarleitung
:

Michael Jonas, Senior Researcher am Institut für Höhere Studien (IHS) Wien.

Katja Schönian, Doktorandin am Institut für Höhere Studien (IHS) Wien und der Europa-Universität Viadrina, B.A. Philosophie und Kulturreflexion (Universität Witten/Herdecke), M.A. Critical and Creative Analysis (Goldsmiths College, University of London).

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